steht es gerade 2:0
man muss ja in der übung bleiben.... feix.
und ausserdem wollte ich ja eh bald in das sommermärchen reingehen. ja.... muss sein. jetzt wo der sommer vorbei ist, so einen kleinen event-erinnerungsabend :-))
nur ganz manchmal, nach so einem tag wie heute zum beispiel, ist mir grad alles zuviel.
zehn stunden marathon workshop. eine tasse kaffe, ein halbes brötchen und eine pause von 10 minuten.
dann schnell heim fahren, hund auslösen. kiwi das pflegefrauchen kündigt. ganz ganz blöd. wo grade alles so schön war. sie hat ein häuslein gekauft, einen traumjob gefunden und also leider keine zeit mehr für santana. logo. ich freue mich für sie. eigentlich ist die geschichte aus merkwürdigen zufällen und ineinanderfügungen so schön, dass es eine längere geschichte werden sollte.
aber ich bin nur müde. muss jetzt auf die kürze neue dogsitterin suchen oder zur alten zurück. kiwis glück, die grossen veränderungen halten mir einen zerrspiegel meines eigenen stillstandes vor.
ein grauenvoller tag. und der morgige wird wieder so.
brrrr..... blöd das. ganz blöd.
da taucht die skyline vor mir auf und der himmel ist eindeutig blauer hier. und wie üblich..... nach längerer abwesenheit, wartet die weltbeste mutter mit feinem chappi auf. dies wird im rahmen der restfamilie eingenommen, denn mit nachkommen kann ich leider nicht dienen. die omma wird hundert jahre. nein, nicht nächste woche. erst in fünf jahren. aber das locker. als liebhaberin der rituale bin ich natürlich von der autobahn erst mal direkt in die buga gefahren. fräulein erbsenhirn dankt es. sie vollführt luftsprünge und rast wie eine wilde durch das gelände. nebenbei gehorcht sie, wie ein schäferhund. wir haben zwei arten von tagen: schäferhundtage sind die, an denen sie gern und bereitwillig gehorcht. windhund-bohnen-in-den-ohren-tage sind die übrigen. da rast sie völlig unbeeindruckt von leckerchen und meinem geschrei. heute also „schäferhundtag“. und danach direkt zu pflegefrauchen nebst zwei weiteren windis. santana schreit vor freude. na toll. mir ist das herz schwer, weil ich sie wieder abgeben muss und sie überschlägt sich vor happiness. egal. die grippe habe ich im griff. klar. ich bin freiberufler. die sind immer gesund. wenn es an die arbeit geht. ich hüpfe durch die wohnung und stopfe waschmaschinen. starre beglückt auf den quirligen fluss. die buchmesse macht sich in der city merkwürdigerweise grad nicht bemerkbar. aber ich hab auch keine zeit dafür. statt mich durch die tagebücher zu lesen, müsste ich eigentlich den morgigen workshop vorbereiten. aber ich bin viel zu huschig. alles noch da. die türme, die lichter, die spiegelungen im fluss, die nachbarn. immer wenn ich heim komme, laufen mir leute über den weg. der leser, der immer lesend seinen jackrussel ausführt. während der hund drei meter vor ihm her hüpft, hat er immer beim laufen die nase im buch. ich an seiner stelle, hätte längst einen laternenpfahl gefunden. die köstliche frau prinz, die für die diabetes plötzlich zwanzig kilo abnahm. ihr pudel ist fast blind aber die alte dame sieht wunderbar und sie sicht wunderbar aus. keck trägt sie schirmhüte und ihr mündchen ist wie immer rot angemalt, während sie nachts durch die city streift. wir feuen uns, einander zu sehen und tauschen das wichtigste aus: der mittelstand stirbt – das ist scheisse – hat er doch die restaurants, die wirtschaft und den staat einst am leben gehalten. nun ist alles mist. meine eltern haben immer vorgesorgt und gespart, deshalb dürfen sie jetzt viel mehr für die krankenkasse zahlen, als für rentner üblich. so die liebe pudelfrau auch. vorsorge ist scheisse und zahlt sich nicht aus... sag ich doch. wir einigen uns – wie gesagt – dass grad alles mist ist und dann ziehen wir jeder pfeifend fröhlich seiner wege. die türkin vom zeitungskiosk winkt mir fröhlich zu. klar, ich kaufe ja auch immer die völlig überteuerte cola bei ihr und meckere, weil die nutella üblicherweise gerade aus ist. die galeristen kenen mich noch nicht. ich bin zu oft weg und sie wechseln zu oft die behausung. sie halten mich für neu. dabei sind sie es. zu hause erwartet mich gar widerliche post vom steuerberater und mein aboheft, das sich diesen monat mit „erfolg“ beschäftigt. leider hab ich zum lesen selbigen grad keine zeit, da ich zwecks erfolg und befriedigung des steuerberaters samt dazugehörigen amt demnächst viel unterwegs sein werde. morgen früh geht’s los und die nacht ist um sechs schon wieder vorbei. mist aber auch. wär ich nur blond und doof....naja... anderes thema. ist schon auch schön, für sich selbst verantwortlich zu sein. da hat man dann wenigstens auch denk- und sprech- und handlungsfreiheit. so long......
ist einfach nix für mich. sofort befallen mich fiese kleine grippeviren und legen sich auf muskeln und knochen. alles tut weh. sehr unschön. natürlich habe ich bei sowas niemals fieber. ich wirke daher wie ein simulant. also simuliere ich stattdessen lieber gesundheit und gehe brav zum kunden und workshoppe und also fahre ich brav die autobahnen rauf und runter und links und rechts. und ganz nebenbei mache ich vielleicht noch die steuererklärung und fahre den möchtegernwindhund durch die gegend und zu sitting-frauchen. ich bin froh, dass das fräulein mal wieder länger mainluft schnuppern kann. hier gibt es definitiv zuviel wild und das macht sie ebenso: wild. freilauf ist hier im westfälischen nicht. an jeder ecke ein reh, ein hirsch, eine nette hasenfamilie und mittendrin steht santana und hat alle organe auf empfang. der galgo in ihr jagt auf sicht. sie sieht auf 200m ein eichhörnchenbaby. der podenco in ihr riecht die rehe auf viele hundert meter und ihre ohren stehen steil aufgerichtet. das ganze tier hängt an der 6m-flex und ich hänge mit meinen von grippe beladenen muskeln hintendran und fluche. und träume von einem urlaub in südfrance, am besten in den cevennen, wo ich den hund mal einfach wildern lassen kann, ohne dass mir ein deutscher jäger das vieh abknallt. die tun das ja gern die deutschen jäger. diese wächter des waldes und der ordnung, die mit vorliebe während der schonzeiten hauskatzen abknallen. uarrrrr...... ich will mal wieder raus hier.
sass ich vor einigen tagen am fenster und blickte auf den mond. der komplettausfall der telefonanlage hatte dies ermöglicht. das haus hier in bifi ist leer. fast leer. alles fehlt. auch lampen. deshalb hatte ich in dem zimmer einen alten globus stehen, der sich von innen beleuchten lässt. und dann ertappe ich mich dabei, wie ich aus dem fenster starrend in gedanken blogge.....
"die welt ist ein 3-D-puzzle von aldi...." ich habe vergessen, wie der text weiterging. irgendwie kam ich von dem globuspuzzle auf koreander. und vom koreander auf eismacher, die es kaum noch gibt. und von den eismachern.... himmel.... ich habe den ganzen schönen blogtext einfach vergessen. saudumm, von telekom und konsorten derart abhängig zu sein. dann deaktivieren plötzlich liebgewordene mitblogger und der seelensegen hängt schief. eigenartigkeiten. einmal sagte mir einer, ich lebte in meiner eigenen welt. ja, wo denn sonst?
habe ich das hippimädchen getauft, die der lichtblick der gestrigen hochzeitsfeierlichkeiten war. mit ihrem langen rock und den superlangen rastazöpfen war sie einfach schnuffig. während die gäste ihre vollgehäuften teller vom buffet leerten hat sie sich auf dem boden niedergelassen. im schneidersitz nahm sie ihr HANG, das wie ein bonsai-ufo ausschaut, auf den schoß und erzeugte nahezu psychedlische klänge. wir rätselten, was das für ein instrument sei und liessen uns von ihr erklären, dass ein paar schweizer es entwickelt hatten. großes erstaunen. und nein, sie hatte keinen unterricht und ja, sie hat es sich selbst beigebracht. und drauf gekommen ist sie über ihren ex. der hatte auch so ein hang. und in der ortsansässigen fussgängerzone spielt auch eine frau im schneidersitz den hang. ja ja, das sei die neue von ihrem ex. die aber könne nur immer wieder einige töne und abfolgen und spiele auch den ganzen tag dasselbe. dabei lächelt das kasermandl und ihre piercings hüpfen und beherzt schnappt sie sich ihre zwei ketten mit den gewichten dran. die tupft sie in spiritus und jongliert plötzlich brennende bälle durch die herbstliche nachtluft.
schiesst mir die frage durch den kopf, warum der mensch an gott glaubt. vermutlich weil er von einer irgendwo existierenden gerechtigkeit träumt. dabei weiss man doch, dass es keine gerechtigkeit gibt. jedenfalls nicht für alle und nicht immer. aber das wiederum ist ungerecht. wie aber kann man von gerechtigkeit träumen, wenn es sie nicht gibt? und heisst dass, dass es gott dann auch nicht gibt? immerhin halten wir es für möglich. und was es nicht gibt, kann man auch nicht für möglich halten. was nicht denkbar ist, kann auch nicht sein. gibt’s dann also gott doch? ich blicke auf mein möchtegernwindhundfräulein und habe die zündende idee, dass das was uns vom tier unterscheidet vermutlich der möglichkeitssinn ist. wir können so tun als ob, denken als ob und uns was vormachen. und wer sich nichts vormacht, hat ja bekanntlich auch nix vor sich. oder so. nun sind meine füsse nass, denn ich habe eindeutig die falschen schläppchen an für den nassen rasen. die angler fischen schwarz. die jungdynamiker sind längst von board des schiffes mit der afterworkparty gegangen. sie müssen morgen früh wieder hübsch lächeln während sie ihrem kollegen hinterrücks fallen stellen. mönsch bin ich froh. weil ich das nicht muss, anderen leuten fallen zu stellen. und glücklicherweise bin ich auch kein dealer geworden. die arbeiten auch vorwiegend jetzt, schleichen nachts um die häuser. scheiss job das. allerdings wartet meine steuerberaterin dringend auf meine unterlagen. scheiss job. wär ich doch bloss reiche vorstadtgattin geworden. aber das kann ich ja nicht, diese geschmeidigkeit im hinnehmen. so betrachtet, finde ich, dass ich an vielen scheissjobs ganz gut vorbeigeschliddert bin. ich zwinkere den blinkenden wellen des flusses zu und gehe zufrieden und mit nassen füssen heim.
rosmarin - 26. Sep, 01:02
haben wir gehalten am pool des hotels seit dem frühen mittag. selbstverständlich sind wir für das gediegene ambiente etwas zu laut und etwas zu fröhlich. insbesondere als die rede auf orgasmus-karl kommt, bringt der japaner hinter uns seine kids schnell ins wasser. orgasmus-karl war der junge in der klasse unter uns, der unsere lehrerin so derart zum brüllen brachte, dass wir uns auf dem balkon unseres lehrers gegenüber bogen vor lachen. dieser wiederum war mit angie zusammen. auch das an sich strafbar, aber sie sind seit über 20 jahren ein paar und glücklich verheiratet. es müsste also verjährt sein. so palavern wir vor uns hin, wälzen natürlich die frauenfrage und bilden einen bunten querschnitt durch die frauenlandschaft dieser unserer republik. esther die ärztin sitzt mit ihren vier kindern zuhause und unterstützt ihren arztgatten. sie hofft, er nimmt ihr gelegentlich die kinder mal ab, damit sie etwas luft bekommt. das allerdings kann er nicht, denn esther ist eine traditionelle frau. sie bringt verständnis für all seine freizeitaktivitäten auf und hofft, dass er sie nicht irgendwann gegen eine jüngere austauscht, so wie sein vater es tat. dann ist da angie, die unseren früheren lehrer heiratete und gerade nach sechsjähriger kinderpause wieder fulltime in den job bei einer großen zeitung einsteigt. seitdem muss vorwiegend der lehrergatte die doppelbelastung tragen und sie befürchtet nicht, dass er sie eines tages gegen eine jüngere austauscht, denn er ist sowieso viel älter als sie. angie ist diejenige, die plötzlich ihren eiskaffee verschluckend auf einen kleinen mann zeigt und lautstark fragt, ob dies nicht der friedmann sei. ich winke ab. quark. der gnom ist viel zu klein und viel zu schmal und viel zu alt. aber die kellnerin, deren sympathie wir aus unerfindlichen gründen gewonnen haben, bestätigt, dass er das sei. ja ja, er habe ein schwimmabo hier. eigentlich eine sehr gute idee. wenn im sommer die frankfurter freibäder überfüllt sind, kann man sich dort in ein wirklich wunderschönes idyll zurückziehen. dort sitzen nur reiche vorstadtfrauen herum, die brüllen nicht so völlig ohne contenance durch den park wie wir. carmen hat sich bereits während der schulzeit gegen kinder entschieden. sie kann nichts mit ihnen anfangen. aber auch carmen ist seit gut 20 jahren mit robert verheiratet. sie spielen neuerdings golf, was zu derben heiterkeitsausbrüchen führt. allerdings hat ihr großer deutscher arbeitgeber ihre karriere gerade beendet. sie wird aufgrund einer betriebsvereinbarung nicht entlassen. lediglich ihre abteilung wird komplett aufgelöst. dies wiederum bedeutet, im büro zu sitzen, ohne aufgabe. die zweite etappe wird der entzug des telefons und des computers sein. es graust sie, weil sie diesen prozess der entwürdigung bereits bei kollegen beobachten konnte. länger als ein jahr hat diese soziale isolierung keiner durchgestanden und die sache entweder durch selbstmord oder kündigung beendet. es wird kühl und dämmrig im park und die damen hübschen sich an. ich bekomme ein paar strümpfe von nada, denn natürlich habe ich bei fast dreissig grad keine an und die girls wollen unbedingt draussen essen. nada ist bei einer großen öffentlich-rechtlichen anstalt und hat die chance für eine korrespondentenstelle im ausland. sie lebt alleine und ihre liebesgeschichten sind meist tragischer natur. die nebentische im parkrestaurant füllen sich mit eigenartigen gestalten. eine dame im engen roten kleid für das sie deutlich mehr als zehn jahre zu alt ist, trägt einen überdimensionierten hut gleicher farbe. dieser hat eine troddel an der seite und immer wenn sie über die scherze ihres jungen begleiters lacht, hüpft ihr die troddel vor den augen herum. am nebentisch sitzt ein älterer dicker herr mit zwei blonden schönheiten, die mit sicherheit schwedinnen sind und sie sind begleitet von zwei kindern und zwei lustig aussehenden rießigen hunden, die etliche kilo zuviel haben. wir rätseln natürlich kurzfristig über die familienverhältnisse und widmen uns sodann unseren eigenen. wir kauen die eltern, die früheren freunde, die geschwister durch ich seufze vor dem teller mit roter paprikasuppe mit thaicurry. eine geniale mischung. immer, wenn eine von einem wehwechen anfängt, tobt ein kurzfristiger entrüstungssturm der mit anschließendem redeverbot endet. angie murrt. „was fangt ihr mit zipperlein an, habt ihr nix aufregendes zu erzählen?“. mir fällt vor lachen der zander an champagnerkraut aus dem mund und ich frage sie, wie das gehen soll, bei lauter treuen gattinnen am tisch. naja und soweiter und soweiter. und irgendwie endet es nachts um drei an der bar. am folgenden vormittag wollen wir eigentlich zum gut neuhof wandern. die avisierten zehn kilometer wären ja kein problem, wenn wir nicht auch wieder zurück müssten. drum liegen wir wieder im park am pool und als nada vom peace-camp erzählt, liegen wir vor lachen am boden. einst war sie für die osze im kosovo. zur vorbereitung absolvierte die delegation bei der bundeswehr das besagte peace-camp. dort gab es früh morgens jeweils eine aufgabe. etwa: „sie haben einen termin beim bürgermeister, bitte gehen sie hin“. der weg war natürlich mit heckenschützen gesäumt und die trainees bekamen elektrochips angesteckt. wenn der chip piept, ist man tot. dann muss man die übung so lange wiederholen, bis man die beherzten sprünge in die gräben so schnell beherrscht, dass die heckenschützen keine chance bekommen. wir finden, das sei doch das moderne kriegskonzept schlechthin. man rüste künftig soldaten und untergrundkämpfern mit den waffen des peace-camps aus und stecke dem volk jeweils einen chip ans revers. wenn der piept.... und so weiter. jedenfalls laufen wir nicht, sondern fahren zum gut neuhof und flanieren kurzfristig über die anlage. nur um letztendlich bei handkäs mit musik den tag ausklingen zu lassen. dann werfen wir uns in alle himmelsrichtungen und freuen uns auf den kommenden september, wenn wir dem rheingau auf die nerven fallen.
rosmarin - 25. Sep, 00:50